Inside I hope, you know I\'m dying

Anorexie

Fuer meine Begriffe bin ich definitiv nicht anorektisch. Anorexie ist in meinen Augen das Endstadium einer jenen Krankheit. Es ist die komplette Verweigerung der Nahrung. Es ist tiefstes Untergewicht, an der Grenze des Todes. Der Abgrund, vor dem nur noch die wenigsten bremsen koennen. Es loest eine Art Bewunderung, jedoch auch eine Art Abschreckung in mir auf, wenn ich ein hochuntergewichtiges Maedchen sehe. Ich weiß, wie hart sie fuer ihr Ziel gekaempft haben muss, wie sehr sie gelitten haben muss um sich diesen einzigen, wichtigen Traum zu erfuellen; und dennoch: es schreckt mich ab. Ich will nicht so enden. Ich will keine 39 Kilo wiegen. Das will ich nie. Ich will nicht sterben, doch wer kann das noch bremsen, wer kann es noch steuern, wer hat wirklich so viel Disziplin um zu erkennen, um aufzuhoeren, wenn es schon fast zu spaet ist..?

Bulimie

Bulemische Menschen werden in meinen Augen oft missverstanden. Viele Menschen nehmen eine Essstoerung wie Bulimie nicht ernst, verkennen Anzeichen..

Die schlimmste Phase meiner Essstoerung war wohl die, als ich mich regelmaeßig uebergeben habe. Ich habe angefangen die Schule zu schwaenzen, bzw. eher nach Hause zu gehen, damit niemand zu Hause war. Ich habe angefangen zu planen, zu planen was ich essen wuerde. Ich habe Kalorienmengen in mich reingestopft, die weitaus ueber die 2000 gingen. Und das alles in weniger als 30 Minuten. Ich habe geschlungen, Brot, Wurst- und Kaesepackungen, Tafeln Schokolade, Eis, Cornflakespackungen ~ einfach alles. Alles, bis mein Bauch anfing jaemmerlich zu schmerzen, ich kaum noch laufen konnte - nur noch gebueckt. Ich habe nach meiner Fressorgie einen Liter stilles Wasser hinuntergekippt, damit es beim erbrechen nicht so weh tun wuerde.. ich habe mir die Finger in den Hals gesteckt, immer und immer wieder, eine halbe Stunde lang - vielleicht laenger, bis alles drausen war, bis nur noch der bittere Geschmack der Galle zu schmecken war. Habe das aufkommende Schwindelgefuehl, die Traenen die ueber das aufgedunsene Gesicht stroemten, die Sterne die vor den Augen tanzten und die droehnenden Kopfschmerzen nach jedem Toilettengang ignoriert, einfach beiseite geschoben. Ich habe das Leeregefuehl genossen. Ich habe es geliebt.. 

Meine Essstoerung

Angefangen hat wohl alles im zarten Alter von vierzehn, fuenfzehn vielleicht. Es hat ganz langsam angefangen, man hat angefangen auf die Kalorien zu achten, vielleicht aufgehoert zu MC Donalds & CO zu gehen.. man hat sich Bilder von duennen Frauen angeschaut. All dies lief unbewusst ab.. mit sechzehn habe ich dann die PRO ANA Seiten entdeckt, ich war fasziniert, begeistert, habe mich wiedererkannt. Habe bewusst angefangen zu hungern, habe es genossen, doch mit dem Hungern kamen auch die Fressanfaelle, mit dem Essen, kam das Uebergeben und damit schloß sich der Teufelskreis zu einer Endlosschleife. Eine Endlosschleife die bis jetzt anhaelt, schon drei Jahre nachdem ich die Seiten entdeckt habe.

Ich denke nicht, dass eine Essstoerung im Vordergrund der psychischen Krankheit steht. Ich denke, dass die wenigsten mit dem Vorhaben "ich will duenn sein!" anfangen abzunehmen. Nein, dieser Gedanke kommt erst im Nachhinein. Eine Essstoerung ist nur eine Begleiterscheinung, eine Begleiterscheinung fuer etwas viel groeßeres, fuer eine noch viel schwerwiegendere psychische Krankheit.. es ist nur die meine Meinung, jeder mag dadrueber anders denken.. jedoch ich denke, dass eine jene Person die nur hungert um abzunehmen, kein wirkliches Problem hat.

 



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